Statement zu Charly’s Bad Iburg
In den vergangenen Tagen wurde öffentlich über grenzüberschreitende Vorwürfe im Zusammenhang mit einer unserer Charlys-Kindertageseinrichtungen berichtet. Uns ist bewusst, dass diese Berichte viele Menschen verunsichern, insbesondere Eltern. Diese Verunsicherung verstehen wir und nehmen sie sehr ernst.
Als Träger und Verbund mehrerer Kindertageseinrichtungen stehen wir für eine Pädagogik, die Kinder schützt, respektiert und in ihrer Entwicklung begleitet. Wenn Hinweise auf mögliche Grenzverletzungen oder eine Gefährdung des Kindeswohls im Raum stehen, gilt für uns ein klarer Grundsatz: Der Schutz der Kinder und ihr Wohlergehen haben für uns oberste Priorität. Vor diesem Hintergrund haben wir Schutzmaßnahmen ergriffen, Personal umgesetzt und stehen im Austausch mit den zuständigen Stellen. Die Vorwürfe werden derzeit fachlich und rechtlich sorgfältig geprüft.
Gleichzeitig ist uns wichtig, offen zu sagen, dass solche Situationen, überall wo pädagogisch gearbeitet wird, aufkommen können, sich nicht mit schnellen Antworten oder einfachen Erklärungen klären lassen. Es geht uns aktuell nicht darum, einzelne Vorwürfe öffentlich zu bestätigen oder zu widerlegen. Entscheidend ist vielmehr, wie verantwortungsvoll wir als Träger mit einem solchen Verdacht umgehen, wie wir den besorgten Stimmen zuhören, prüfen, einordnen und daraus lernen. Das gilt nicht nur für eine einzelne Einrichtung, sondern für unseren gesamten Verbund.
Pädagogische Arbeit bedeutet, täglich in Beziehung mit Kindern zu sein. Erwachsene tragen dabei Verantwortung und treffen Entscheidungen, auf die Kinder angewiesen sind. Das ist Teil des Alltags und nicht Ausdruck von bösem Willen. Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen, wie dieses Handeln bei Kindern und Familien ankommt, nicht nur, wie es gemeint war. Gerade in Momenten, in denen viel in Bewegung ist, können Situationen unterschiedlich wahrgenommen werden. Der Alltag verlangt Entscheidungen, Abläufe greifen ineinander und nicht immer ist die eigene Wirkung sofort sichtbar. Solche Dynamiken gehören zu komplexen pädagogischen Systemen. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, innezuhalten, sich auszutauschen und pädagogisches Handeln immer wieder gemeinsam zu reflektieren. So können auch Situationen entstehen, die Kinder oder Eltern als verletzend erleben, ohne dass dies beabsichtigt war. Diese Rückmeldungen nehmen wir ernst.
Uns ist dabei bewusst, dass Verantwortung und Einfluss nicht nur in der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern wirken, sondern auch innerhalb von Teams und Organisationen. In herausfordernden Zeiten entstehen Unsicherheiten und Spannungen. Als Träger sehen wir es deshalb als unsere Aufgabe, für klare Strukturen, Orientierung und eine Kommunikation zu sorgen, die allen Beteiligten Sicherheit gibt. Denn Transparenz schafft am Ende auch Vertrauen.
Unabhängig vom Ausgang der laufenden Prüfungen ist für uns eines klar. Wir werden unsere Kinderschutzkonzepte im gesamten Verbund weiterentwickeln, das Thema Wirkung pädagogischen Handelns stärker in Fortbildungen und Führung einbeziehen und externe fachliche Begleitung nutzen, um eine unabhängige Perspektive sicherzustellen. Das verstehen wir nicht als Reaktion auf Vorwürfe, sondern als Teil unseres Selbstverständnisses als lernende Organisation.
Gleichzeitig möchten wir aber auch betonen, dass unsere Mitarbeitenden, die sich jeden Tag um unsere Kleinsten mit Herz und Engagement kümmern, nicht pauschal unter Generalverdacht stehen. Unser Schutz gilt den Kindern, aber auch unseren Mitarbeitenden. Entscheidungen dienen der Klärung, der Sicherheit und der Verantwortung und nicht der Vorverurteilung.
Wir wissen, dass Vertrauen nicht durch Worte entsteht, sondern durch konsequentes, transparentes und verantwortungsvolles Handeln. Genau diesen Weg gehen wir als Trägerverbund, prüfend und lernbereit. Über die nächsten Schritte werden wir natürlich weiter informieren.
Danke an alle, die diesen Prozess mit Besonnenheit, Respekt und Vertrauen begleiten.
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