So voll war es in der Akademie Sonnenwinkel schon lange nicht mehr: Mehr als 80 Mitarbeitende aus den Krippen und Kindergärten in Trägerschaft von Charly’s Kinderparadies waren auf dem Essenerberg zusammengekommen, um die Themen Kinderschutz und Kindeswohl in den Blick zu nehmen. „Die meisten von euch kennen diese Präsentation zwar schon. Aber wir möchten heute Abend eine gemeinsame Haltung hierzu entwickeln“, sagte Bianca Freiheit. Die Kollegin aus dem Coaching hatte den Abend gemeinsam mit den Ombudsfrauen Heike Stellwag und Nadine Schlüter, mit der Pädagogischen Leitung Thalea Wentrup-Bispinghof sowie mit Geschäftsführerin Lena Kerlfeld vorbereitet.

Lena Kerlfeld hatte den Abend gemeinsam mit Bianca Freiheit, Thalea Wentrup-Bispinghof, Nadine Schlüter und Heike Stellwag vorbereitet.

Im Alltag könne es immer mal zu Missverständnissen kommen, sei es in der Kommunikation oder in den Handlungen. „Deshalb schauen wir heute, wann und wie Grenzen überschritten werden“, leitete Lena Kerlfeld ein. „Unsere wichtigste Aufgabe ist der Kinderschutz.“

Dass es innerhalb eines Teams unterschiedliche Ideen gibt, eine Situation zu lösen, sei verständlich. „Denn wir alle haben eine andere Qualifikation, Sozialisation und Vorbildung. All das prägt uns, und das können wir auch nicht ablegen. Aber wir müssen jederzeit professionell handeln“, sagte die Geschäftsführerin. Das bedeute mitunter auch mal, anders zu reagieren, als es die Eltern des Kindes in der Situation zu Hause tun würden.

Mehr als 80 Mitarbeitende der Charly’s-Kinderparadies-Einrichtungen waren in die Akademie Sonnenwinkel gekommen.

Mit den beiden für Charly’s Kinderparadies zuständigen Ombudsfrauen ging es um die Unterschiede zwischen gewaltvoller und gewaltfreier Kommunikation. Anhand verschiedener Beispiele aus dem Kita-Alltag erklärten Heike Stellwag und Nadine Schlüter, worauf es in solchen Situationen ankommt: „Wir müssen das Gefühl des Kindes benennen, aufgreifen und wahrnehmen.“ So könne man herausfinden, was zu der Situation führt und wie man das Kind aus der Situation begleiten kann. Statt zum Beispiel zu sagen „Du weißt doch wie das geht“, solle man geduldig bleiben und mit „Ich zeige es dir nochmal“ reagieren.

In der Folge wurden zwölf Gruppen gebildet, jede Gruppe sollte ein Beispiel aus dem Alltag diskutieren. Im Kern stand die Frage „Was würdest du als Kind dir in dieser Situation von dem Erwachsenen wünschen?“

In Kleingruppen haben die Mitarbeitenden verschiedene Situationen aus dem Alltag besprochen.

Weitere Themen waren die Meldekette im Falle des Verdachts einer Kindeswohlgefährdung sowie die „grüne Liste“ mit Leitsätzen und pädagogischen Verhaltensweisen, die das Miteinander in allen Charly’s-Kinderparadies-Einrichtungen prägen sollen. Im Gegensatz dazu steht die „rote Liste“ mit Verhaltensweisen, die ausdrücklich untersagt sind.

Das Miteinander im Team spiele ebenfalls eine große Rolle im Hinblick auf Kindeswohl und Kinderschutz. Es sei wichtig, dass Mitarbeitende alles im Team ansprechen können. Wenn die Mitarbeitenden kein Gehör finden, können sie sich an das Coaching, an die Ombudsfrauen, an die Pädagogische Leitung oder an die Geschäftsführung wenden. Charly’s Kinderparadies setzt zudem das Hinweisgeberschutzgesetz um und bietet Mitarbeitenden, Eltern und Externen einen völlig anonymen Meldekanal an.